Mit dem Aufenthalt im Addo Nationalpark besuchten wir endlich den ersten SANPark (South African National Park) auf unserer Reise. Zu dieser Gruppe gehören 19 Nationalparks in Südafrika, welche vom Staat Südafrika verwaltet werden. 

Der Addo Nationalpark erstreckt sich über ein Gebiet von ca. 1600 Quadratkilometern und ist in 8 Abschnitte unterteilt. Jeder dieser Teilbereiche bietet individuelle Schutzbereiche für die Tier- und Pflanzenwelt.

Während unseres viertägigen Aufenthalts besuchten wir zuerst die Bereiche „Addo Main Camp“ und „Colechester“ für eine zweitägige self-drive Safari. Anschließend gingen wir einen Tag im Bereich „Zuurberg“ wandern, übernachteten in der sehr abgelegenen Campsite Mvubu im Bereich „Kabouga“ und überquerten auf einem 45km langen 4×4 Track die Berge im Bereich „Darlington“.

Im Voraus entschieden wir uns bereits für den Kauf der „SANPark Wild Card“. Gegen eine Gebühr von 4850 ZAR (ca. 300€) bekommen zwei Erwachsene und bis zu fünf Kinder ein Jahr lang Zugang zu allen 19 SANParks, wie dem Krüger Nationalpark und ca. 60 weiteren Schutzgebieten wie z.B. zu der Bouldersbeach Pinguinkolonie. 

In dem Hauptbereich für Tiersichtungen, dem Addo Main Camp“ und „Colechester“ begrüßte uns auf den ersten Metern direkt ein junger Elefantenbulle, welcher uns zeigen wollte in wessen Revier wir uns befanden. Nachdem Einlegen des Rückwärtsganges, ließ er jedoch von uns ab um sich wieder der Nahrungssuche zu widmen- was für ein aufregender Start!

Langsam fuhren wir in den folgenden Stunden durch den Park – immer auf der Suche nach weitere spannenden Tiersichtungen. Wir wurden in den folgenden Tagen trotz unserer Unerfahrenheit mit zahlreichen Tiersichtungen belohnt, allerdings haben wir bei weitem nicht alle hier lebenden Tierarten gesehen. 

Einen angenehmen Ort für eine Pause bietet die Rest-Area, dies ist ein abgesicherter Bereich mit einem guten Sanitärblock in dem man leicht ein schattiges Plätzchen findet um sich zu stärken. Man sollte jedoch immer aufmerksam bleiben, denn Vögel und Affen bedienen sich gerne an dem vorbereiteten Mahl!

Unser Nachtlager haben wir im ausgebuchten Addo Maincamp aufgeschlagen, welches wir einige Tage zuvor online reservierten. Das parzellenartig aufgeteilte Camp hat einen sauberen Sanitärblock und den großen Vorteil der Nähe zum Eintrittstor um am nächsten Morgen unmittelbar in eine self-drive Safari zu starten.

Dass frühes Aufstehen sich lohnt durften wir am nächsten Morgen feststellen, als wir das erste Mal zwei Löwen sichteten.

Im Bereich „Zuurberg“ stehen Wanderrouten und Pferdetrails dem Besucher zur Auswahl. Wir entschieden uns für die 12,4km lange Wanderung durch dichten Wald, offene Wiesen und bergiges Terrain. Während man hier keine Angst vor Raubtieren haben muss sind Begegnungen mit Antilopen, Zebras oder Affen keine Ausnahme. 

Der Pfad ist an den relevanten Weggabelungen sehr gut ausgeschildert und verläuft im ersten Teil parallel zu einem kleinen Fluss, immer bergab bis zu einem großen natürlichem Pool, der zum baden einlädt. Der weitere Verlauf ist von grünen Wiesen geprägt, auf denen uns Paviane lautstark anbrüllten ihnen nicht zu nahe zu kommen. Angekommen am zweiten Pool, der ebenfalls von einem Fluss gespeist wird, taucht man für einige Zeit wieder in dichten Wald ein um kurz darauf über unzählige Serpentinen auf den Bergkamm zu wandern. Auf dieser letzten Passage wachsen kaum Bäume und Schattenplätze zum pausieren sind rar. Bei sehr warmen Temperaturen um die 30 Grad ist ein Sonnenschutz dringend zu empfehlen. Wir wanderten natürlich ohne diesen und waren sichtlich erschöpft und erleichtert als wir nach ca. 6 Stunden den Ausgangspunkt der Route wieder erreichten.

Den Abschluss unseres Aufenthaltes im Addo Nationalpark sollte der Bedrogfontein 4×4 Trail bilden. Wir übernachteten im Anschluss an die Wanderung auf der Mvubu Campsite im Bereich Kabouga. Zuvor sagte man uns, dass der Zugang zu diesem Teilbereich nur bis 16:00 möglich sei. Kurz vor 16 Uhr kamen wir nach einer ca. einstündigen Fahrt vom Ausgangspunkt der Wanderung am Tor an, wo wir die Übernachtung auf der Mvubu Campsite sowie den nur aus dieser Richtung befahrbaren 4×4 Track (Kosten Januar 2020: 620 ZAR) bezahlten.

Die Mvubu Campsite erwies sich als ein sehr abgelegenes Plätzchen mit rudimentären Sanitäranlagen. Während die WC’s wohl seit einiger Zeit schon nicht mehr genutzt wurden musste das Wasser für die Dusche vorher mittels Feuer erwärmt werden. 

Auf der 13km langen und nur für 4×4 Fahrzeuge zu befahrenden Zuwegung beobachteten wir Kudu Antilopen und Strauße ganz in der Nähe der nicht umzäunten Campsite. Wir waren die einzigen Gäste in dieser Nacht und konnten den Abend mit einem echten afrikanischen Braai (Grillen über Feuerholz) ausklingen lassen.

Nach einer ruhigen, sternenklaren Nacht starteten wir von hier aus den abwechslungsreichen 4×4 Trail durch dichten Wald und stetig bergauf, bis wir auf dem Pass ankamen. Auf der Rückseite der Bergkette änderte sich die Landschaft dann schlagartig. Dichter, grüner Wald war einer dürren Landschaft gewichen – wir waren in den ersten Ausläufern der Karoo angekommen in der der Trail und der Addo Nationalpark endeten.

 
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