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Nach einer Woche in der riesigen Stadt Durban konnten wir nun endlich in die Berge verschwinden. Ein Glück, denn Stadtmenschen sind wir so gar nicht.

Die eine Woche in Durban kam uns, durch die massiven Zäune die jedes Haus umgeben, vor wie ein Leben im Käfig.

Im Minerva NR kamen wir nach über 100km auf guten Straßen an.

Eine leicht zu meisternde Gravelroad, die jedoch erhöhte Bodenfreiheit erfordert, führte uns einen Berg hinauf zu einem  Hostel. Gefunden haben wir dieses über Airbnb und haben dort die  Koordinaten erhalten um das Hostel zu finden. Dies stellte sich als ein ehemaliges Dieselmotor-Museum heraus, welches aktuell von den neuen Inhabern umgestaltet wird. 

Sie leben hier im Einklang mit der Natur, gemeinsam mit ihren 10 Hunden und 4 Katzen.

Leichte gravel road

Nach vierjährigem Leerstand und ohne die ehemaligen Ausstellungsstücke haben sie das 75ha große Berggrundstück inkl. den teils renovierungsbedürftigen Gebäuden vor einem Jahr gekauft. Bereits vor vielen Jahren wurden alle Zäune zu den Nachbargrundstücken abgebaut um der Tierwelt wieder einen  uneingeschränkten Rückzugsort zu bieten. Die neuen Besitzer verfolgen das Ziel, die ursprüngliche Tier- und Pflanzenvielfalt wieder herzustellen.

Nach Arbeiten an den Dächern und leichten Renovierungsarbeiten  in den Innenbereichen befinden sich die drei Wohngebäude mittlerweile wieder im bewohnbaren Zustand.

Eines der ehemaligen Ausstellungsgebäude wurde bereits in ein kleines Hostel verwandelt, wir campten jedoch auf der riesigen Wiese mit bestem Ausblick über das Tal. Die zentrale Wohnküche dieses Gebäues dient auch den Bewohnern als Treffpunkt für alle Mahlzeiten. So findet immer ein offener und herzlicher Austausch zwischen Gästen und Bewohnern statt und wir haben viele gute Tipps für die bevorstehende Weiterreise bekommen. 

Zum campen steht das gesamte Grundstück unter Berücksichtigung der Natur zur Verfügung, sofern man das richtige Fahrzeug hat um diese Orte zu erreichen.

Das Minerva NR liegt auf 1400m Höhe und in der Umgebung lässt sich ein Gipfel in 1800m Höhe erwandern, von wo aus man mit einem 360° Blick auf die bergige Umgebung belohnt wird.

Die sechs Tage vor Ort haben wir mit ausgiebigen Wanderungen, inkl. vieler Tier- und Pflanzensichtungen, durch das Gelände verbracht und die Stille der Berge genoßen.  Zwei aufgestaute Seen, die als Trinkwasserreservoir dienen, werden von einer auf dem Grundstück liegenden Quelle gespeist. Hier haben wir uns bei Temperaturen über 30 Grad abkühlen können.

 

Auch haben wir hier zum ersten Mal die Auswirkungen vom sog. „load shedding“ miterleben dürfen. Dahinter verbirgt sich die geplante und manchmal ungeplante Abschaltung des gesamten Stromnetzes einer Region in Südafrika. In unserem Fall wurde fast täglich der Strom für zwei Stunden von der Erzeugerfirma Eskom abgestellt. Was dieser Einschnitt für die Bevölkerung bedeutet, kann man sich gut vorstellen, da beispielsweise Krankenhäuser dringend auf Strom angewiesen sind. Dieser muss dann Ersatzweise per ineffizientem Dieselgenerator erzeugt werden (Klimawandel?). Aber auch Firmen und Privatleute sind in dieser bis zu 8 Stunden andauernden Zeitspanne sehr eingeschränkt, da Kühlschränke ausfallen, das Internet nicht funktioniert (Router ohne Strom) und telefonieren teilweise nicht möglich ist. Gemäß der offiziellen Meldungen steht nicht ausreichend Energie für die immer größer werdende Nachfrage im Land zur Verfügung. Inoffiziell wissen die Einwohner zu berichten, dass durch jahrelang vernachlässigte  Wartungs- und Modernisierungsarbeiten die Kohlekraftwerke marode und nicht mehr Leistungsfähig sind.

Wir fragen uns ob Elektroautos unter diesen Vorraussetzungen hier jemals einen Käufer finden werden und merken wie abhängig die Menschheit vom Strom ist.

Neben der Errichtung weiterer Unterkünfte planen die neuen Eigentümer vom Cloud Mountains Backpackers den Aufbau einer Photovoltaik- sowie einer Windkraftanlage inkl. eines Stromspeichers um unabhängig vom Stromnetz zu sein.

Am Dienstag den 14.01. sind wir dann weiter in Richtung Maloti-Drakensberg Park gefahren.

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