Seit dem Beginn der Planung unserer Afrikareise war klar, dass wir unbedingt den Sani Pass fahren wollen. Viele Berichte und Bilder von der Passstraße ließen unsere Vorfreude immer größer werden, je näher der Tag rückte.

Gut, dass unser Abenteuer in Afrika in der Nähe des Sani Pass gestartet ist.

Nachdem wir in den ersten Tagen mit Karl etwas Entspannung gefunden haben, ging die Fahrt in die Drakensberge los. Die Anreise selbst war bereits von einmaliger Naturlandschaft geprägt, die wir mit jedem Kilometer genossen. Unser erster Halt war in Underberg im Khotso Camping & Overlander, in den Ausläufern der Drakensberge.

Zu dem Campingplatz gehören viele Hektar Land, geprägt von Bergen, Flussläufen mit wunderschönen natürlichen Pools und riesigen Wiesen mit einer enormen Pflanzenvielfalt. Hier wollten wir uns zwei Tage ausgiebig der Natur widmen und einige Wanderungen vornehmen, bei denen uns der einjährige anatolische Hirtenhund des Hofes begleitete. Die anschließende Abkühlung in den Pools des Flusslaufes haben wir uns natürlich ebenfalls nicht nehmen lassen!

Ein absolutes Highlight war die Sichtung von zwei großen Raubvögeln, den Sekretären. Dies sind Vögel, welche bis zu 150cm groß werden und überwiegend am Boden jagen. Fliegen ist nicht ganz ihre Stärke, was man auch deutlich sehen kann, sobald die Vögel vom Boden abgehoben sind.

Nach zwei Tagen, in denen wir zu Fuß die Natur erkundet haben ging es dann los, zusammen mit Karl den Sani Pass zu befahren. Schon am Morgen war die Aufregung so groß, dass wir es kaum erwarten konnten. Der Weg zum Pass durch das Gebirge war atemberaubend.

Bis zur südafrikanischen Grenze konnte man größtenteils auf einer asphaltierten Straße fahren, wobei sich das letzte Stück noch im Bau befindet.

Der Grenzübertritt war einfacher als gedacht und für beide Reisepässe gab es den heiß ersehnten Sani-Pass-Stempel. Unser Carnet de Passagen sollte ebenfalls ordnungsgemäß geführt werden. Leider kannte niemand der Beamten das Dokument und der Zoll war auch nicht vor Ort. Gemeinsam mit der Polizei haben wir die Bürokratie jedoch unkompliziert erledigen können. Es sollte sich jedoch im Nachhinein herausstellen, dass für Lesotho kein Carnet erforderlich ist und die Polizei nicht berechtigt ist dieses Dokument zu stempeln.

Direkt nach der Grenze wird man von einem Schild darauf hingewiesen, dass die weitere Fahrt nur für 4×4 Fahrzeuge gestattet ist.

Schnell wurde uns klar weshalb diese Strecke nur von 4×4 Fahrzeugen befahren werden darf, wobei ebenfalls eine hohe Bodenfreiheit, sowie Untersetzung von gutem Nutzen sind. Im Großen und Ganzen ist die Strecke jedoch für alle (echten) Allradfahrzeuge problemlos machbar! Wir haben uns viel Zeit genommen um die 20 km bis zum Grenzposten von Lesotho zu fahren und haben alle paar Kilometer gehalten um den tollen Ausblick zu genießen.

 

An der Grenze auf 2873m angekommen war die Einreise nach Lesotho gegen eine kleine Gebühr schnell erledigt. Zunächst wollten wir noch einige Kilometer fahren zu der die perfekt asphaltierte Straße einlädt, denn auch die Landschaft beeindruckte uns sehr. Karg, wenige Bäume oder Gebüsch und dennoch alles sehr grün zu dieser Jahreszeit. Überall entdeckten wir die kleinen Hütten der Einheimischen, wobei es im Gegensatz zu Südafrika recht ordentlich und gepflegt aussah. Je weiter wir ins Land kamen, desto schlechter wurden die Straßenverhältnisse und desto langsamer kamen wir voran also entschlossen wir uns nach einem Campingplatz Ausschau zu halten. Diesen zu finden war gar nicht so einfach, denn die Auswahl ist gering hier oben. Die App iOverlander hat uns erneut weitergeholfen einen Schlafplatz inmitten eines kleines Dorfes zu finden. Natürlich waren wir für die gesamte Dorfgemeinschaft recht interessant anzuschauen, wodurch die eigene Privatsphäre sich in Grenzen hielt. Im Nachhinein hätten wir uns wohl lieber für einen Wildcampingplatz entschieden, so konnten wir jedoch einen kurzen Einblick in das einfache Leben der Einwohner bekommen.

Am nächsten Tag fiel dann der Entschluss Lesotho über den nächstliegenden Grenzübertritt zu verlassen, denn dieser war nur ca. 120km von unserem Standort entfernt. Hörte sich für uns zunächst einfacher an als es letztendlich war, denn durch die unwegsamen Straßenverhältnisse dauerte die Fahrt inkl. unserer Pausen 9 Stunden! 

 

Die Fahrt durch das Land haben wir aufgrund des wunderbaren Wetters und der tollen Landschaft sehr genossen. Am Grenzübertritt nach Südafrika haben wir von den Zollbeamten erfahren, dass unser Carnet innerhalb Südafrika (worin Lesotho in diesem Fall mit eingeschlossen wird) nicht ausgefüllt werden muss.

Schade um die ganze Mühe, aber nun sind wir für die nächste Grenze besser gewappnet!

 

Im Anschluss ging es für einie Woche an die Wildcoast bei gemischtem Regenwetter, was aber auch durchaus seine Vorzüge hatte.

Menü schließen